1922 15.01. geboren in Rokytnice nad Jizerou (Rochlitz an der Iser), Kindheit im Riesengebirge, prägend: die Schulzeit im Jesuitenkonvikt Kalksburg bei Wien. Eintritt in die Reiter-SA, Reisen zur Olympiade und zu Großveranstaltungen,1936 erstes Gedicht “Industrie”, 1941 Matura (Abitur), Kriegseinsätze in der UdSSR und Grichenland, 1942 und 1945 Veröffentlichung von Gedichten unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse

1945  Kriegsgefangenschaft in der UdSSR, Hörer marxistisch-leninistischer Vorlesungen im Antifa-Lager stalininistischer Prägung, Entdeckung der deutschen Exil - Literatur, erste essayistische Veröffentlichung in Ost - Deutschland

1949  22.12. bewusste Rückkehr in die DDR, Eintritt in die NDPD und bis 1958 kulturpolitische Arbeit im Parteiapperat,1950 Heirat, zahllose Artikel, Gedichte, erste Buchveröffentlichung, die sich mit Kriegserlebnissen auseinandersetzen, 1953 “Die Nelke Nikos”, 1955 “Kamaraden”, erste Arbeiten für Kinder: 1959 “Vom Moritz der kein Schmutzkind mehr sein wollte”,1960 “Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen”, staatliche Preise und Auszeichnungen, Übersetzungen aus demTschechischen und Ungarischen, 1962 “Die Richtung der Märchen”, langsames Verstummen als Lyriker

1961  begrüßt die Grenzschließung zwischen DDR und BRD mit “Panzer gegen Ungeist - Offener Brief”, Versuch der Hinwendung zur Sphäre der Arbeit auf dem “Bittefelder  Weg”, Erwerb des Schweißerpasses, Reportagen wie “Kabelkran und Blauer Peter”, weitere Auseinandersetzung mit Kindheit, Krieg und Kunst, 1962 “Das Judenauto”, 1963 “Ernst Barlach - Das schlimme Jahr”, 1964 Kunstpreis des FDGB für “Böhmen am Meer”

1965  11. Plenum des ZK der SED, der kulturpolitische Kahlschlag, 1966 Austritt aus dem Vorstand des Deutschen Schriftstellerverbandes, vergebliches Ringen um das Ankommen in der Wahlheimat: “Auf den Spuren Theodor Fontanes” abgebrochen 1968, veröffentlicht 2005

1968  Prager Frühling - ab 1970 ständige intensive Arbeit für Kinder, “Märchen auf Bestellung”, 1971 “Das Nibelungenlied neu erzählt”, 1974 “Prometheus”,

1978  “Die dampfende Hälse der Pferde im Turm von Babel”, Sprachspiele

1972  Beendigung der NDPD - Mitgliedschaft auf eigenen Antrag, Bilanz und Aufbruch zu neuen gestalterischen Ufern, 1973 “Zweiunzwanzig Tage oder die Hälfte des Lebens”, Hinwendung zum Mythos und zur Romantik, ab 1974 Einfahrt in Kupfer- und Kalibergwerke, knüpft feundschaftliche Beziehungen zu Arbeitsbrigaden, um das  Thema “Berg” weiter zu vertiefen

1976  Erstunterzeichner des Protestes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR, Engagement für junge Autoren (Sarah Kirsch, Volker Braun, Uwe Kobe u.v.a.), 1977 Offener Brief als Ewiderung auf den Artikel “Lust an der Wahrheit” des stellv. Minister für Kultur, Klaus Höpcke, auf dessen Einladung verfasst, trotzdem nicht veröffentlicht - erst 1990 gedruckt. 1977 bis 1989! Überwachung und Bearbeitung durch das Ministerium für Staatssicherheit, Operativer Vorgang (OV “Filou”) u.a.          “beeinflusster” Briefwechsel mit Vertrauten in den Bergwerken, weitere nationale und internationale Preise und Auszeichnungen: 1978  “Vaterländischer Verdienstorden in Gold”, 1982  “Geschwister-Scholl-Preis” der Stadt München

1979  “Fräulein Veronika Paulmann aus der Pirnaer Vorstadt oder Etwas über das Schauerliche bei ETA Hoffmann”, Gespräche und Arbeit mit Behinderten in beiden deutschen Staaten, 1981 “Engel der Behinderten” mit HAP Grieshaber, Teilnahme an der “Berliner Begegnung zur Friedensförderung 1981” bei der er sich für eine grenzüberschreitende Friedensbewegung ausspricht, 1982 “Vor Feuerschlünden. Erfahrungen mit Georg Trakls Gedicht”, erscheint gleichzeitg in Hamburg als “Der Sturz des Engels”, Förderung der DDR - Erstveröffentlichung einiger Essays Sigmund Freuds 1982 im Band “Trauer und Melancholie”. 1983 Abbruch des Bergwerk - Projekts “Im Berg. Fragment eines Scheiterns” erstveröffentlicht 1991,schreibt weiter vorwiegend kurze mythologische Stücke, 1983 “Ohr des Dionysios”, am

08.07.1984 stirbt Franz Fühmann in der Berliner Charité nach mehrfachen Operationen, Beisetzung in Märkisch Buchholz - bittet testamentarisch die Spitzen des  DDR-Schriftstellerverbandes von einer Teilnahme Abstand zu nehmen.